Funktionen
Grundfunktionen von Bekleidung sind:
- Schmuckfunktion
- Schutzfunktion
- Kommunikationsfunktion
Schamvermeidung
"Anne aus Hamburg ist mit einem Kenianer verheiratet. Mit ihrem Mann verbrachte sie einen zweimonatigen Urlaub in dessen Heimatdorf. Sie lernte Afrika anders als die Touristen kennen. Sie lebte in der großen Familie ihres Mannes, schloss sich nicht aus der dörflichen Gemeinschaft aus. Mit ihrer Schwägerin Awiny führte Anne lange Gespräche über Europa und Afrika. Dabei kamen eine Menge Vorurteile auf beiden Seiten zum Vorschein. Sie sind so typisch, dass es sich lohnt, einige davon aufzuzeigen; scheinen aber nicht so tief, dass man sie nicht abbauen könnte. Man muss sich der Maßstäbe bewusst sein, mit denen man misst, mit denen man gemessen wird. Man muss wissen, dass der andere einem anderen Kulturkreis angehört, dass er anders ist. |
zu verhalten, zumal sie ja selbst nichts dabei finden. Auch die Männer nicht. Es mag ja sein, dass in Afrika der Busen total für Kinder reserviert ist. Und da Kinder hoch erwünscht sind, ist ein Busen hier nicht mehr oder weniger als eine Babyflasche. |
[Weltblick. -- 4 (1976). -- Zitiert in: Fohrbeck, Karla ; Wiesand, Andreas Johannes: «Wir Eingeborenen». - Reinbeck: 1983. S. 22f.]
Das Vorurteil: Sittenlose Nacktheit
Der Übergang des Menschen vom paradiesischen (Natur-)Zustand zum menschlichen (Kultur-)Zustand wird von alters her mit Hilfe der Feigenblätter von Adam und Eva markiert. Inzwischen trägt man in den meisten Teilen der Welt etwas mehr auf dem Leibe, denn in allgemeinen soll ja weniger die Abgrenzung vom unzivilisierten Naturzustand geleistet werden, sondern eher die von Nachbarn und anderen Konkurrenten um das bessere Aussehen.
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Was man dagegen im einzelnen bedeckt oder unbedeckt lässt, ob Busen oder Beine, und mit welcher Art von Kleidungsstücken man dies tut, wird nicht nur von der «Mode», sondern auch von Geschichte, Brauchtum, Geschlecht, Religion, beruflicher Tätigkeit, sozialem Stand oder Tageszeit beeinflusst.
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