Nackt - was is das?Wieso denn nackt?Mensch werdenMensch seinMensch bekleidetDiverses

Nackt - was is das?

Pamela xxx zieht sich für den PLAYBOY aus!
Carmen YYY lässt alle Hüllen fallen!
Ein seltener Anblick: Maria ZZZ nur spärlich bekleidet!

Wir kennen solche Schlagzeilen. Sie suggerieren etwas, das sonst selten zu sehen ist: Die nackte Pamela, Carmen, Maria oder wen auch immer.
Sie ZIEHEN SICH AUS!!
Da frag ich mich doch: sind die IMMER angezogen? Kamen die gar mit Kleidung zur Welt?
Mussten die sich nicht erstmal VORHER anziehen??

Wird also nicht andersrum ein Schuh draus:
Pamela, Carmen, Maria und all die anderen sind von NATUR AUS nackt! Textilindustrie und Modebranche, Moralvorstellungen und staatliche Paragraphen sorgen dafür, dass sich diese Personen (wie so gut wie alle in unseren Gesellschaften) Kleidung besorgen und anlegen.

Ab jetzt sind sie bekleidet!



Wenn man Kleidung in Gegenwart von Mitgliedern des eigenen Geschlechts weglässt, ist man nackt. Macht man das in Gegenwart des anderen Geschlechts, ist man dann ein Exhibitionist oder - wenn die anderen auch nackt sind - ein Nudist?!
Da die meisten in der Nudistenbewegung sich nach wie vor mit Ideologien herumschlagen bzw. ihnen anhängen, werden sie wohl eine solche Definition als Nudist ablehnen. Die meisten rümpfen die Nase beim Wort Nudist, halten sich und ihre Bewegung für etwas anderes, besseres. Wissen diese Nackten eigentlich, was das ist - ein Nudist? Meint das, ohne Kleidung zu sein? Oder soll das heißen, sich - provozierend -hüllenlos anderen zu zeigen?
Nackt - ist das eine Weltanschauung oder ein Verbrechen?
In England nannte man die Nacktheit Gymnosophy. Eine nette Umschreibung der Bewegung, ging sie doch davon aus, dass die meisten Menschen des Griechischen nicht mächtig waren und daher auch eher eine Verbindung mit Gymnastik denn Nacktheit herstellten. In der Tat nannten die alten Griechen die Heiligen Männer Indiens, die nackt lebten, Gymnosophisten.
Nun, Gründe für das Nacktsein hat es viele gegeben und gibt es immer noch reichlich.
In Deutschland hieß die frühe Nudistenbewegung Nacktkultur, bis sie dann zu dem weniger auffälligen Wort Freikörperkultur verkam (denn "nackt" war iiihhh!). Heute meist nur noch FKK genannt, ist dies doch noch harmloser!
Nacktkultur, Nudismus und Nackte in der Öffentlichkeit sind ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Dies ist aufgrund der verschiedenen Strömungen in der moderneren Zeit zu verstehen. Diese sollen aber hier nicht dargestellt werden.
Nacktheit das ist der Zustand, in dem jeder von uns geboren ist, der Zustand, in dem sich der Mensch im größten Teil seiner biologischen Existenz aufhielt. Kaum noch ein Mitglied der heutigen menschlichen Gesellschaften ist sich darüber im klaren, dass zur Entwicklung der Menschen, des Menschseins die Entstehung der Nacktheit gehört.

Zusammen mit der Menschwerdung, der Loslösung von den gemeinsamen Vorfahren der Menschenaffen, entwickelte sich nicht nur der aufrechte Gang und die Benutzung der dadurch freien Hände. Es entstand auch wahrscheinlich schon bald die Nacktheit durch Reduktion des Haarkleides bis auf einen kleinen Rest. Dieser Rest ist in den verschiedenen Menschenrassen zudem recht unterschiedlich. So gibt es, vor allem in Zentralafrika und Südamerika Völker, die keinerlei Körperhaare aufweisen. Weder Bartwuchs noch Geschlechtshaare sind bei ihnen zu finden. Andererseits wissen wir auch, dass es Menschen und ganze Menschenrassen gibt, die über einen z.T. recht starken Körperhaarwuchs verfügen. Niemand weiß, was zum Verlust der Haare führte. Wir können hierüber nur spekulieren.

Evolutionsbiologisch gesehen ist nicht klar, ob dies einen Selektionsvorteil darstellte. Wahrscheinlich brachte die Nacktheit den Menschen dadurch einen Vorteil, dass sie in dem heißen Klima Zentralafrikas ohne störende Körperhaare leichter schwitzen und so die schattenlose Steppe besser besiedeln konnten. Spekulationen, nach denen Nacktheit erst nach der Entdeckung der Kleidung entstanden sei - sozusagen sekundär -, sind nicht haltbar. Aus Funden wissen wir, seit wann etwa Menschen Kleidung als Schutz gegen Kälte benutzen. Der Zeitraum für eine so gewaltige evolutionäre Umstellung ist bis zum heutigen Zeitpunkt einfach zu kurz, als dass erst dann die Haarlosigkeit eingetreten sein könne.

Zudem zeigen alle Naturvölker, die in klimatisch begünstigten Gebieten leben bzw. lebten, sich kleidungslos. Selbst in Gegenden, die nur während bestimmter Jahreszeiten die ausreichende Wärme aufweisen, haben Volksstämme gelebt, die primär nackt waren. Kleidung hat hier, falls sie überhaupt vorkommt, vor allem Zierfunktion, wird daher nicht im Alltag getragen, sondern vor allem bei Festen. Bisweilen findet sich Kleidung auch als Schutz vor körperlichen Risiken.

Bei einigen Völkern findet wir kleidungsähnliche Gegenstände, die Proportionen des Körpers betonen sollen. So werden Armbinden angelegt, Penishüllen oder hochgebundene Penisse getragen. Frauen tragen manchmal ein kurzes Baströckchen oder Bauchbänder.
Um sich in den heißen Klimaten ausreichend zu schmücken, werden Tätowierungen, Schmucknarben, Farben und ähnliches verwendet. Nur Kleidung kommt in den alten Kulturen selten vor. Wir können also davon ausgehen, dass zum Menschsein die Nacktheit gehört. Wahrscheinlich ist Ganzkörperkleidung auch nicht freiwillig erfunden worden. Erst die Tatsache, dass Menschen die heißen Gegenden verließen, möglicherweise verlassen mussten (Plage durch die Tse-Tse-Fliege?), führte dazu, dass man kältere Klimate aufsuchte. Als Menschen in Gebiete mit schlechteren Klimaten vordrangen, entdeckten sie die Möglichkeit, Tieren das Fell über die Ohren zu ziehen, um es sich dann selbst anzulegen.
Hundertausende von Jahren später entwickelte sich das typisch menschliche Bewußtsein immer mehr. Es entstanden Mythen und mystische Glaubensrichtungen, schließlich Religionen. In diesem Zusammenhang hat sich der Mensch sicher auch mit seinem Selbstbewußtsein befasst und überlegt, warum er etwas tut und warum er etwas lässt. Je mehr Religion sich überlieferte, umso mehr konnte an neuen Ideen beigesteuert werden.
Irgendwann kam dann die Idee auf, Kleidung könne etwas typisch menschliches sein. Nacktheit das sicher auch, jedoch nur in bestimmten Situationen. Merkte man doch, dass man nur beim Schlafen, bei der Sexualität und beim Baden nackt war. Kleidung ist aber auch der Zustand, der - einmal notwendig geworden, um klimatisch weniger begünstigte Gebiete zu erobern, schließlich von allen möglichen Gesellschaftsformen und Weltanschauungen als unabdingbar, ja als Zeichen der Mitgliedschaft in der Gesellschaft oder Gruppe missbraucht wurde.

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