Nackt - was is das?Wieso denn nackt?Mensch werdenMensch seinMensch bekleidetDiverses

Wieso denn nackt?

Ich bin nackt auf die Welt gekommen ...
- und seitdem ist dies meine absolut bevorzugte Lebensart.

Ich habe zu Hause nichts an. Am Körper. Außer meiner Brille und der Armbanduhr. Keine Latschen.
Es muss schon sehr fremder "Besuch" kommen, damit ich - vorübergehend - mich kleide. Allerdings keine Strümpfe. Und keine Latschen. Wenn ich nach Haus komme: raus aus den Klamotten.
Das ist - trotz der Jahrzehnte Erfahrung - immer noch ein befreiendes Gefühl! Manchmal wundere ich mich selbst darüber. Da ist das Nacktsein für mich völlig alltäglich - dennoch spüre ich immer wieder, wie ich auflebe, wenn ich endlich die Klamotten vom Körper habe...
Meist ist bei uns recht gut geheizt, allerdings nur ein Raum. Als ich noch allein wohnte, reichte mir eine Raumtemperatur von 18 bis 19°, um nackt zu sein ohne zu heizen. Nun verfüge ich seit einigen Jahren allerdings auch über genügend schützendes Unterhautfettgewebe... Daran ist sicherlich auch meine überwiegend sitzende Tätigkeit, die meist zu Hause stattfindet, nicht ganz unschuldig.

Ich verbinde mit der nackten Lebensart jedwedes Gefühl positiver Lebensqualität. Was immer man mir böte, wenn ich es nicht nackt erleben, machen könnte, hätte ich meist weniger Freude daran.
Dieses Lebensgefühl ist dermaßen intensiv, dass der Zwang ständig bekleidet zu sein, für mich einer Qual nahe kommt. Klingt übertrieben, ist aber so!

Bereits in meiner Kindheit liebte ich es, nackt herumzulaufen, einfach so. Wann immer ich Gelegenheit hatte - und das bedeutete damals vor allem: allein war - war ich nackt. Es begann bewusst etwa im Alter von 6 oder 7 Jahren.
Leider hatte ich damals zu Hause nicht so viele Gelegenheiten, meiner Lust am Nacktsein zu frönen. Es war ja fast immer jemand zu Hause. Also nutzte ich die sich hin und wieder bietenden Gelegenheiten. Im Sommer trieb ich mich auf dem hohen Dachboden herum, der früher mal der Heulagerung diente, jetzt meist nutzlos war. Dort war es herrlich warm, ich konnten den Spatzen bei der Jungenaufzucht zusehen und in Ruhe nackt lesen.
Wenn der Mais hoch genug war, verschwand ich sommers in ihm. Dort hatte ich regelmäßig eine kleine Fläche freigemacht, auf der ich mich - unmittelbar an der Straße (da lag nun mal der Maisacker), aber nicht einsehbar - sonnen konnte.
Während der kalten Jahreszeit hatte ich deutlich weniger Gelegenheiten, meiner Lebensart nachzugehen. Aber jedesmal, wenn meine Mutter nicht zu Hause war - nach der Aufgabe der Landwirtschaft kam das schon mal vor - saß ich z.B. nackt am Tisch um die Hausaufgaben zu machen. Sehr zur Gaudi meiner Schwester, die sich zwar sonst nicht kümmerte,

aber wenn sie denn Freundinnen zu Besuch hatte, diesen ihren exotischen Bruder zeigen musste. Mir gefiel das nicht! Also schloss ich ab. Aber da ein Durchbruch zwischen den beiden Zimmer bestand, um einen Ölofen zwecks Beheizung beider Räume nutzen zu können, war das Verbergen schon schwieriger.
Also wusste bald das halbe Dorf bzw. später die halbe Klosterschule von meiner seltsamen Art.
Das hat sich übrigens bis heute nicht geändert...

Später in meinem Jugendzimmer besserte sich die Sache gewaltig. Etwa ab meinem dreizehnten Lebensjahr lebte ich dort ausschließlich nackt. Ich schlief nackt, arbeitete nackt, las, spielte mit der Eisenbahn (sowas hatte man damals noch!) nackt, bastelte nackt. Meine Mutter, die mir anstandshalber regelmäßig einen sauberen Schlafanzug hingelegt hatte, meinte schließlich, sie lasse das jetzt, da ich ihn ja doch nicht nutzte. Das war der einzige Kommentar, der jemals bezüglich meiner Nacktheit fiel.
So gehörte die nackte Lebensweise zu meinem Alltag: während des Studiums in der Studentenbude, während aller Zweisamkeiten, die ich mit- und durchgemacht habe, bis eben in diesem Augenblick als ich dies schreibe.

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